Wahlkampfdreiklang

Der Wahlkampf um das Amt des Leipziger Oberbürgermeisters ist in vollem Gange. Das bedeutet also, dass endlich all das weihnachtliche Gerümpel vom Fensterbrett geräumt werden darf (Ich hoffe Frau Decker ist vor Ort, sonst steht das noch bis Ostern!), um stattdessen die Straßen karnevalistisch bunt auszuschmücken.

Aber um dieses Jahr die paar Wähler, die am 27. Januar nicht mit Shoppen oder Beschaffungskriminalität beschäftigt sind, nicht zu langweilen, haben sich die Parteien etwas Besonderes ausgedacht. Insgeheim wurde beschlossen, dass alle Kandidaten ihr Wahlprogramm auf drei einprägsame und nötigenfalls grölbare Schlagworte reduzieren müssen, am besten in Alliteration. Schon lange wissen Kommunikationswissenschaftler, Semiotiker und sonstige Propagandaberater um die besondere Wirksamkeit dieses superlativen Dreiklanges („Titten, Thesen, Temperamente!“), durch welchen auch noch dem letzten braven Bürger und „kleinen Mann auf der Straße“, die eher BILDungsmedien mit suboptimal intellektuellem Anspruch konsumieren, die Botschaft verständlich wird. Für die Parteien, die auch noch all jene Deppen gewinnen wollen, die glauben, dass man „einzig“ steigern kann, ist dies oft die einzigste Chance.

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UFOs über Connywood

Angst vor der Gentrifizierung? Und zwar ZURECHT! Schon sind die ersten Vorboten der Yuppie-Apokalypse über dem Leipziger Süden aufgetaucht! Ganz offenkundig sind hier böse Mächte am Werk, die sich gegen alles Gute im Menschen verschworen haben!

(Zum Vergrößern anklicken)

Es wird dazu geraten zu Hause zu bleiben und Fenster und Türen zu verammeln. Kinder sollten abends nicht mehr draußen spielen. Legen Sie bereits jetzt schon für alle Fälle Lebensmittelvorräte an – hey, gibt’s ja jetzt auch im Sonderangebot bei Netto aarrghhhhhkrrcchhhhhtt!!!

Wer allerdings schon immer mal wie der letzte Volldepp aussehen und auch so herumlaufen wollte, der sollte zugreifen, solange der Vorrat reicht! Damit fällt man garantiert auch als Ex-Punk oder sonstwie Alternativer nicht mehr als Störfaktor in der 0815-Masse auf. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft am besten gleich die passende Schlüpper mit dazu!

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Finanzkrise II

Leipzig droht der Kollaps, Bürger stellen auf Naturalwirtschaft um! Nach dem verzweifelten Aufruf der Stadtoberen zur planmäßigen Selbsthilfe von gestern, reagieren die Leipziger mit rigidem Pragmatismus!

Kleine Fische

Ort: Brettschneider-Park, Kleiststraße, Eutritzsch
Zeit: 30.05.2012, gegen 19:30 Uhr

Ein 52-jähriger Leipziger wurde mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige, die an die Sächsische Fischereibehörde erging, belegt. Der Mann, der nach Prüfung alle notwendigen Dokumente bei sich hatte, war gestern Abend von Polizeibeamten des Reviers Nord beim Angeln am Teich des Brettschneider-Parks angetroffen worden. In seinem orangefarbenen 10-Liter-Plastikeimer hatte er bereits fünf Fische gehältert. Darin befanden sich vier Karpfen – drei Schuppen- und ein Spiegelkarpfen mit je 17 cm Länge sowie eine Goldorfe. Die fünf Fische erfüllten nicht das erforderliche Mindestmaß von 40 cm. Aus diesem Grund wurde sein Fang wieder ins Gewässer „entlassen“ und gegen ihn Anzeige erstattet. (Hö)

Anm. d. Red.: Diese Meldung wäre sonst „untergegangen“ (höhöhö) in unserer hektischen Medienwelt (hust) und das wäre doch schade gewesen!

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Finanzkrise erreicht Leipzig (endlich!)

Schon lange war der desolate Zustand Leipzigs bekannt, jetzt ist es offiziell: Wir sind so pleite, wir können noch nicht mal billige Babyschuhe aus Taiwan importieren!

Doch die Stadtväter Leipzigs wissen, was in einer solchen Situation zu tun ist: Nachdem schon der letzte Aufruf zum freiwilligen Arbeitseinsatz ein riesiger Erfolg war, müssen nun auch die Altgedienten nochmal ran und ihren Beitrag zum Sozialismus Gemeinwohl leisten!

Leipziger Omis sollen Baby-Schuhe stricken
Leipzig. Selbst gestrickte Schuhe für Babys kommen offenbar nie aus der Mode. Das Familieninfobüro der Stadt Leipzig hat jetzt Seniorinnen aufgerufen, zu Wolle und Stricknadel zu greifen und Schühchen zu stricken. Die Handarbeiten sollen zu den Babyboxen gepackt werden, mit denen neugeborene Leipziger beschenkt werden.

Eine Rentnerin habe am Mittwoch bereits 50 Paar selbst gestrickte Baby-Schuhe abgegeben, teilte das Familieninfobüro mit.

Ja liebe LVZ dpa, so wie ich das sehe, werden selbst Norwegerpullis und Flip-Flops leider nie aus der Mode kommen, da kann man einfach nix machen, ungerechte Welt das.

Ungeklärt bleibt allerdings, was unsere Rentner jetzt so für die Stadt tun könnten, da offenbar nur Rentnerinnen nützliche Beiträge liefern können (und berufstätige Frauen offenbar selbst zum Stricken zu blöd sind, die könn‘n ooch nüscht mer heudzutage!). Vielleicht kann man noch mit anpacken beim Bau des City-Tunnels? Oder Brennpunkte des Drogenhandels längerfristig stationär überwachen (Fensterbrett), um so Kosten für Überwachungskameras einzusparen?
Aber zum Glück ist ja bald EM, da hält Opa wenigstens das Maul, wenn Oma für ihren dritten Verdienstorden strickt.

Morgen will übrigens die Stadtverwaltung alle jüngeren Leipziger dazu aufrufen, doch bitte für neue Abnehmer all der selbstgestrickten Babyschuhe zu sorgen. Na, denn ma ran, das Mutterkreuz wartet schon!

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Aus Gründen…

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