Archiv für April 2011

Hauptbahnhof bleibt sicher

Am Leipziger Hauptbahnhof soll eine Installation zum Gedenken an die tausenden Opfer errichtet werden, die zwischen 1933 und 1945 von hier aus in die Lager der Nationalsozialisten deportiert wurden. Wie schon bei der Wanderaussstellung „Zug der Erinnerung“ soll damit auch an die direkte Mittäterschaft der Reichsbahn erinnert werden, deren personelle wie logistische Infrastruktur den industriellen Massenmord erst ermöglicht haben. Nach wievor lassen es Bahn AG und Bahnhofsverwaltung jedoch offenbar an jeglicher Moral mangeln und verweigern einem Denkmal von knapp 1,50m Höhe und Breite die Genehmigung.

Da die Deutsche Bahn AG sich außerstande sah, die Kosten des Projektes in Höhe von ca. 5000 € finanziell zu unterstützen, entschlossen sich die Initiatoren, die Installation auf Spendenbasis zu realisieren. Der für den Spendenaufruf erforderliche Gestattungsvertrag mit der DB AG wurde bisher nicht geschlossen.

Nun wurde auf Anfrage mitgeteilt, dass das Projekt aus Sicherheits- und Denkmalsschutzgründen auf dem Gelände des Hauptbahnhofes nicht realisierbar sei.

Soso, es könnte ja schon jemand drüber stolpern und sich ernsthaft verletzen, am stillgelegten Bahnsteig 24. Also keine Angst, liebe „Shopper“, liebe Ladenbesitzer und natürlich auch liebe Bahnkunden: Ihr Aufenthalt in der „attraktiven Veranstaltungs- und Erlebniswelt im Herzen der Stadt Leipzig“ (vulgo Bahnhof) soll Ihnen auch fernerhin so sicher und vergnüglich wie bisher ermöglicht werden.

[Link]

Wo wir…

…gerade beim Thema der Graffiti sind:
Offensichtlich wechselt man sich inzwischen bei der Nachbarschaftswache ab, jetzt auch mit Nachtschichten.

Wie Otto weiter bekannt gab, deuten die gesprayten Schriftzüge auf einen lokalen Fußballverein hin.

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Nah, come on! Ich dachte immer, das würde „Blassportgruppe“ bedeuten.

(Interessant auch wie schnell da kriegseinsatzerprobte Fotografen vor Ort waren)

CONNYWOOD

Der Bürger schlägt zurück. Nachdem der Versuch, das Haus am Herderpark wieder vermietbar zu machen seit bald zwei Jahren durch regelmäßige Entglasung sowie diverse optische Maßnahmen im Erdgeschossbereich verhindert wurde, ist der/die Eigentümer/in nun offenbar auf eine offensivere Strategie gewechselt: Statt mit Glas werden die unteren Fenster nun mit dem energieffizienteren Pressspan verschlossen. Eine Art von ausgetreckter Hand gegenüber den nächtlichen Besuchern sollen augenscheinlich die frischen Graffiti symbolisieren: „Hey, we‘re cool buddy! Auch in uns Hausbesitzern pocht doch letztlich ein autonomes Herz. Kannste glauben!“

(Leipzig, Biedermannstraße)

Corporate Social Irresponsibility

Putting shame in their game: Ein sehr schickes Graffit i o warnt jetzt in Connewitz vor dem Vertragsabschluss mit Hildebrand & Jürgens (vulgo: HaJott).

(Ecke Dölitzer/Eckstein)