Archiv für Juli 2011

+++ EILMELDUNG: Jugendamtsleiter Haller soll auch seinen Lebenslauf plagiiert haben +++

Wie prochaine arrêt aus informierten Kreisen erfuhr, wird in der Leipziger Stadtverwaltung nun auch die Authentizität des Hochschulabschlusses von Jugendamtsleiter Siegfried Haller überprüft. Anlass war offenbar eine selten dämliche unvorsichtige Äußerung Hallers selbst, wonach er über „über wissenschaftliche Standards nie aufgeklärt worden“ sei. Es bestünde nun der begründete Verdacht, dass Haller seinen bei der Bewerbung eingereichten Lebenslauf „einfach aus entsprechenden Vorlagen von Microsoft Word zusammengestellt“ habe, wie es aus der städtischen Wahrheitsfindungskommission heißt. Dies würde auch erklären, warum die Unterschrift auf „Erika Mustermann“ laute, was man sich bisher immer „mit der besonderen Anspannung in einer Bewerbungssituation erklärt“ habe, die „doch bei uns allen zu Schusseligkeiten führen kann.“
Haller selbst ließ die neu aufgekommenen Vorwürfe umgehend dementieren. Sein Büro erklärte, es seien „wiedereinmal Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und falsch wiedergegeben“ worden. Tatsächlich habe er in dem betreffenden Interview gesagt, er sei „nie über diese hinterwäldlerischen Standards aufgeklärt worden, die man hier in Deutschland allen Ernstes als ‚Wissenschaft‘ bezeichnet.“ Es sei „beschämend, dass im sogenannten ‚Land der Dichter und Denker‘ dieselben nun zunehmend öffentlich diffamiert und an den Pranger gestellt“ würden. Die „internationale scientific community“ sei schon längst „im Zeitalter des Intertextualisierens (Oxford-Stil)“ angekommen, nur in deutschen Proseminaren und Tutorien würden immernoch „Methoden aus dem Mittelalter“ gelehrt. Seinen „degree in Jugendamts-things“ von der „in Jugendamts-studies international führenden Bovine University“ werde er „mit allen Mitteln verteidigen.“

Polizeisprech

Heute müssen wir uns mal damit auseinandersetzen, wie die Leipziger Polizei sich so in der Öffentlichkeit ausdrückt. Als selbsternannter Drogenbeauftragter von prochaine arrêt, komme ich ja immer wieder in den zweifelhaften Genuss, die „Medieninformationen“ der Ordnungshüter lesen zu dürfen, was (sprachlich) schon recht schwer zu verdauen ist. Mir fallen dabei jedoch immer wieder kleine Regelmäßigkeiten in der Sprachwahl auf, die ein Bild davon vermitteln, wie die Beamten ihrer Tätigkeit so gegenüberstehen.

Recht eindeutig lassen sich zwei Grundhaltungen im Schreibstil der Polizeibeamten ausmachen: Häme und Empörung. Dies sind für mich die beiden Säulen, an denen sich die geplagte Beamtenseele noch aufrichten kann.

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Aaaaawwwwww, look, little puppy had some mishap!

prochaine arrêt am Puls der Zeit. Auch wir machen mit beim neuesten Trend in Leipzigs Security-Szene – urinierende Straftäter müssen in flagranti fotografiert und im Internet (bei uns grundsätzlich unverpixelt) gepostet werden. Keine Toleranz für Pixel, keine Toleranz für Urin!

Freies Zentrum für Namenforschung eröffnet – Trauer um Leipziger Brockhaus-Niederlassung


(Prof. Jürgen Udolph, hier ohne Füße)
Leipzig. Acht Jahre lang forschte und lehrte er als einziger deutscher Namenkunde-Professor an der Universität Leipzig, bevor er 2008 in den Ruhestand wechselte. Am Mittwoch eröffnete Jürgen Udolph das nach ihm benannte Zentrum für Namenforschung: in Leipzig, seiner alten Wirkungsstätte, und auf privat finanzierten Füßen.

(dpa/LVZ)