In einer ihrer berüchtigten Nacht- und Nebelaktionen stellten die Leipziger Verkehrsbetriebe jetzt heimtückisch die bei Kind und Kegel, Groß und Klein, Alt und Jung, Schön und Hässlich und noch vielen anderen beliebte Tram-Durchsagen-Werbung für „prochaine arrêt“ ein. In einer sichtbar vorgeschobenen und kaum mehr als zusammengestammelten Erklärung heißt es dazu aus den LVB-HQ: „Einige Fahrgäste haben den bisherigen Service als zu umfangreich empfunden. Daher sind die Haltstelleninformationen auf dem Stadtring und an den Endstellen ab sofort auch nicht mehr in französischer Sprache zu hören. Wir beschränken uns künftig auf die hier in Leipzig gebräuchlichsten Sprachen Deutsch und Englisch.“
In gewohnter Eintracht haben Konzernleitung und Betriebsrat von prochaine arrêt jetzt eine Protestnote „nach ganz oben“ abgeschickt. „Wir sind bereit den LVB-Biber zu entführen und das adipöse Viech für mehrere Wochen auf Zwangsdiät zu setzen, wenn die Frau bei den Durchsagen nicht weiterhin auch französisch spricht.“ heißt es in dem 48-seitigen Schreiben unter anderem. Der Mehrzahl der einheimischen Fahrgäste sei dieses „akzentfreie Oberstufen-Französisch („Ohgüsdüspladseh“) doch ohnehin verständlicher, als die Ankündigungen im sog. ‚Hochdeutsch‘, was hier in Leipzig doch eh kein Schwein richtig beherrscht.“
SympathisantInnen werden aufgeffordert in den Straßenbahnen vorerst selbst laut „prochaine arrêt!“ zu brüllen, wenn die Durchsage gerade zu „nächster Halt“ und „next stop“ ansetzen will. „Vor dem Honorarkonsulat der Republik Frankreich können Blumen und Kerzen abgelegt werden, von Kranzspenden bitten wir abzusehen!“
(LVZ)
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