Archiv der Kategorie 'l'art pour l'art'

Aus Gründen…

Halt sagt da der rote Ampelmann…

Lieber MW, ich weiß, Sie lesen unseren kleinen, bescheidenen Blog mit. Geben Sie es ruhig zu, ich lese ja schließlich auch bei Ihnen mit. Und ganz ehrlich: so detailverliebt und kreativ war schon lange kein Polizeisprecher mehr. Was habe ich mit Ihnen schon gekotzt gelacht, hahaha, meine Schenkel sind schon ganz wund. Was Sie da fast tagtäglich für einen Scheiß verzapfen von sich geben ist schon bücherpreisverdächtig. Toll!

Dabei hatte alles so harmlos (und seriös) angefangen, damals:

Sonstiges
Seit 01.10.2011 übernimmt Herr Mario Weigelt die Position von Herrn Christian Otto als Pressesprecher für die Dauer von einem Jahr.

Doch Sie lassen sich offensichtlich nicht durch das Bürokratendeutsch hiesiger Amtsstuben in Fesseln legen, NEIN! Sie streben nach Höherem, einem zweiten Goethe gleich! Dieser Blogeintrag sei daher ganz allein Ihnen und Ihren neuesten Ergüssen gewidmet, also allem was nach diesen beiden Kleinodien aus Ihrer Feder geflossen ist.

Halt mein Junge, halte an!…
Ort: 04103 Leipzig, Grimmaischer Steinweg/ Augustusplatz
Zeit: 24.10.2011, gegen 17:00 Uhr

Gestern Nachmittag gegen 17:00 Uhr befuhr 23-jähriger Autofahrer stadteinwärts auf der Dresdner Straße. An der Kreuzung Augustusplatz bog er bei „Grün“ links ab, Richtung Ring-Café/ Moritzbastei. Kurz nach der Kreuzung „schoss“ ein fast 26-jähriger Radfahrer bei seiner „roten“ Ampel auf die Straße. Er kam aus Richtung Augustusplatz mit Fahrtrichtung Radisson SAS-Hotel. Auf der ganz linken Fahrspur kam es zum Zusammenstoß beider Verkehrsteilnehmer. Der Radfahrer unterlag.

[Ja, so kann man das auch ausdrücken.]

Die zur Hilfe gerufenen Polizeikräfte stellten Alkoholgeruch beim Radfahrer fest und unterzogen ihn einem Alkoholtest. Gute 1,0 Promille hatte er „im Turm“. In diesem Fall hatte er sich doch etwas zu viel Mut angetrunken, denn diese „Rotfahrt“ endete in einem Unfall. […] Hier ein Hinweis aus redaktioneller Sicht. Nach Kindern und Rentnern gehören Radfahrer zu den schwächsten Gliedern der Verkehrsteilnehmer.

[Was ist eigentlich mit Fußgängern?]

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Polizeiprosa für Zwischendurch (Teil 4)

Der Media Consultant der Leipziger Polizei K. Schwitters berichtet aktuell über einen besonders dreisten Fall von Verkehrsrowdytum. Ich habe die Redundanzen mal entfernt:

…di di di dah dah di di did … Blitzer funkt weiter

Ort: 04159 Leipzig, Travniker Straße
Zeit: 18.10.2011, 22:24 Uhr

[…] die Blitzanlage lag „halb tot“ im Grasboden, abgelegt, schräg, das suchende Radarauge traurig gen Himmel gerichtet. […] Es wurde festgestellt, dass das Hauptdatenkabel des Blitzers, die Aorta sozusagen, unverletzt blieb. Das heißt, der Blitzer hat diesen Angriff überlebt und funkt weiter!!! Die Verankerungsteile wurden geborgen und zur Wiederbelebung des Blitzers dem Stadtordnungsdienst übergeben. […] Sowohl das Motiv der Tat, als auch die Täter sind unbekannt. Sollten es jedoch Verkehrssünder gewesen sein, die ihren Geschwindigkeitsverstoß vertuschen wollten, dann haben sie die Rechnung ohne die Widerstandskraft von „Blitzer 1“ gemacht. Die Fotos werden ausgewertet und den jeweiligen Rasern mit dem entsprechenden Verwarn-/ Bußgeld zugeschickt. …di dah did did

Was der Bericht unerwähnt lässt: Der Blitzer trug keine Betäubungsmittel bei sich!

Video kills the…

Heute mal was mit Kultur: Die Ober-Boulevard-Wachtmeisterin der LVZ schaut sich gerne Opern im Kino an.

Der Grund: Eine E-Mail, die bei Frau D. „ins Haus flatterte“

“Cinestar Leipzig präsentiert die Aufzeichnung des exklusiven Konzerts in Maastricht mit Walzerkönig André Rieu und seinem Johann Strauss Orchester. Karten sind für nur 18 € erhältlich.”

Aufgrund dessen ist Frau D. schwer besorgt, ob das nicht zum Absterben der lokalen und überregionalen Kulturlandschaft führen werde. Die Nachteile liegen klar auf der Hand:

Kein Regisseur quält an der Met sein Publikum mit Selbstfindungsprozessen [echtma, der verdammte Konwitschny, d. Red.], jeder fühlt sich einfach nur der Musik und dem Gesang verpflichtet, so wie sie in den Noten stehen. Dank der zwölf Kameras, die in New York jeden Winkel erreichen, kann man von Leipzig aus direkt in den Orchestergraben schauen und den Musikern in die Noten gucken. […] Als Zuschauer ist man derart dicht dran an den Solisten – oft Weltstars wie Anna Netrebko, Placido Domingo, Renée Fleming, die zauberhafte Elina Garanca oder der großartige Dresdner René Pape –, dass man ihnen bis auf die Plomben schauen kann.

BIS AUF DIE PLOMBEN! WIDERLICH! BAH! Nachdem sich Frau D. hier schon mächtig ausgekotzt hat, schiebt sie noch mal nach, um einem die Sache richtig madig zu machen:

Aber das ist ja nicht alles. Die Carmen-Inszenierung der Leipziger Oper konnte ich nun also mit der aus New York vergleichen. Und natürlich habe ich mir dazu auch noch „Carmen in 3D” aus dem Royal Opera House in London angeschaut. Im Kino!

Doch bei diesen enthusiastisch vorgetragenen Negativbeispielen belässt es Frau D. nicht, denn Leipzig hat längst zum Gegenschlag ausgeholt:

Leipziger Zuschauer wurden live zugeschaltet zum Sonisphere Festival in Sofia (Bulgarien), wo die „Big Four” des Heavy Metal auf der Bühne standen – die Bands Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax.

Das vermieste natürlich massiv die Stimmung, wer will schon Leipziger Fressen begutachten, wenn er eigentlich zu alten Männern das schüttere Haupthaar die Mähne kreisen lassen will (hier nebenbei ein kleines Gesellschaftsspiel für nette Abende: Nennen Sie jeweils drei Titel der genannten Bands und versuchen sie dann diese per Gestik und Mimik nachzustellen – na? gar nicht so einfach, wa?).
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