Archiv der Kategorie 'sex&crime'

Polizeiprosa für Zwischendurch (Teil 3)

Das lasse ich heute einfach mal unkommentiert so stehen.

Marihuana im Genitalbereich…

Durch Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei wurde am Wochenende der Bereich rund um den Bahnhof nach Drogenkonsumenten kontrolliert. Ein auffälliger 32-Jähriger wurde von den Beamten angesprochen und befragt. Zunächst gab er an, dass er keinerlei Drogen besitzt, früher einmal polizeibekannt gewesen und aktuell „clean“ sei. Bei der Überprüfung seiner Angaben ergaben sich aber Widersprüche. Deswegen wurde der junge Mann auf der Dienststelle der Bundespolizei auf dem Leipziger Hauptbahnhof durchsucht. Dabei wurde festgestellt, dass der vermeintlich „Cleane“ doch Betäubungsmittel besitzt. Er besaß ein kleines Tütchen mit Marihuana, welches er mit Hilfe von Klebeband im Genitalbereich unter seinem besten Stück befestigt hatte. Die Beamten ließen das Päckchen vom Täter selbst entfernen. Beim Abreißen des Päckchens wird es günstig gewesen sein, wenn das Klebeband nicht mit „Superhaftkraft“ gehalten hat. Trotz des ungewöhnlichen Verstecks wird sich der 32-Jährige wegen eines Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz verantworten müssen.

Hahahaha, so ein Spaß, wegen eines beschissenen Tütchens!!!

Polizeiprosa für Zwischendurch (Teil 2)

Die heutige Kostprobe kann vielleicht mit der literarischen Qualität vom letzten Mal nicht mithalten, geht dafür aber weitaus deutlicher in Richtung Gesellschaftsstudie.

Abgelenkt

… war für einige Minuten ein Taxifahrer (65), der einem Mann südländischen Aussehens den Kofferraum zeigte, da dieser angeblich mit seiner Familie samt großem Gepäck zum Flughafen gebracht werden wollte.

Kennt man ja, diese Südländer, das kommt halt von dem ganzen Bunga Bunga!

Währenddessen ließ der 65-Jährige die Fahrertür vom Touran offen stehen. Dies nutzte ein anderer Südländer, vermutlich der Komplize,

vermutlich (weil Südländer!)

aus und stahl aus der Ablage das Portmonee mit einer dreistelligen Summe. Danach verschwanden beide in Richtung Lumumbastraße.

Man kann jetzt schon Wetten darauf abschließen, welches dieser geordnet insolventen Länder „da unten“ aufgrund dieser Finanzspritze bald wieder stabilisiert sein wird.

Etwa eine halbe Stunde später rief eine Anwohnerin (72) aus der Karl-Rothe-Straße an und teilte ihre Beobachtung mit. Sie hatte gesehen, wie ein Ausländer vor ihrem Wohnhaus eine Geldbörse in die Mülltonne geworfen hatte. Da ihr dies „spanisch“ vorkam, ging sie zum Müllcontainer, nahm das Portmonee an sich und informierte sofort die Polizei.

Heißt das, die gute Frau ist in den „Müllcontainer“ gestiegen? Macht sie das öfter? Wobei es ja einen Satz zuvor noch eine Mülltonne war…Fragen über Fragen, auch gerne auf „spanisch“.

Im Zuge dieses ungeheuren Verbrechens warnt die Polizei übrigens noch einmal ausdrücklich:

Nehmen Sie keine Süßigkeiten von Fremden an. Gehen Sie nicht bei Rot über die Straße. Sollten Ihnen Personen begegnen, die anders aussehen als Sie („südländisch“) oder eine ausländische Sprache sprechen (englisch, spanisch, hochdeutsch) denunzieren Sie diese bitte umgehend bei der Polizei. Essen Sie nicht beim Griechen oder beim Türken und erst recht nicht beim Italiener. Essen Sie am besten überhaupt gar nichts, Sie sind eh schon zu fett.

Witzigerweise ist die LVZ bei ihrer Wortwahl wenigstens etwas (Anführungszeichen!) vorsichtiger als die Polizei selbst:

Der Taxifahrer hat die beiden Personen der Polizei beschrieben. Der Mann, der nach dem Kofferraum fragte, ist demnach etwa 30 Jahre alt, schlank und 1,70 bis 1,75 Meter groß. Er habe kurze, schwarze Haare und sehe „südländisch“ aus. Zur Tatzeit habe er unter anderem eine beigefarbene Jacke getragen. Der Dieb habe ebenfalls ein „südländisches“ Aussehen mit kurzen, schwarzen Haaren. Er habe eine blau-graue Jacke oder einen Pullover derselben Farbe getragen.

Rückblick: Drogenticker August 2010

Der August war heiß, heiß, HEISS (naja, ab und zu zumindest) und heiß gelaufen ist zeitweise auch unser hauseigener Drogenticker. Schlag auf Schlag machte die Leipziger Polizei der örtlichen Drogenszene zu schaffen, nahm Dealer noch und nöcher fest, hob Opiumhöhle um Asiamarkt aus und leistete auch sonst ganze Arbeit.

Zeit also für einen Rückblick auf alle die Mitteilungen und Ticker der Polizei (mit freundlicher Unterstützung der Law-and-Order Freunde der LVZ), Zeit für den Media Drug Report August 2010. (Hier nur eine Auswahl, im Drogenticker sind alle Nachrichten dokumentiert)

Heiß ging es gleich am Ersten des Monats los, da ließen die Konsumenten dieser Stadt ihren animalischen Bedürfnissen freien Lauf und besorgten sich zusätzlich zu ihrem Drogengeld gleich mal ein Eis:

Ein drogensüchtiges Pärchen hebelte gestern ein Bäckereigeschäft in der Oststraße auf. Dabei entwendeten der 26-jährige Mann und die 21-jährige Frau eine geringe Menge Bargeld sowie diverse Lebensmittel. Im Anschluss daran machten sich beide in aller Ruhe einen Eisbecher und schlenderten vom Tatort.

Die „Eisfreunde“ wurden jedoch gestellt und mussten Rede und Antwort stehen:

Auf die Frage der Beamten, wo man denn um diese Zeit Eis kaufen kann, fiel dem Pärchen keine besonders schlagfertige Antwort ein.

Dieses fiese, unkooperative Verhalten schlug sich natürlich gleich in einer ordentlichen Tracht Prügel einem schärferen Strafmaß nieder, denn auch Beamte sind nur Menschen und wollten halt auch mal was schlecken.

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Polizeiprosa für Zwischendurch (Teil 1)

Die Leipziger Polizei überrascht einmal mehr mit der literarischen Qualität ihrer Mitteilungen. Der Schönheit der Künste verpflichtet, lässt es sich prochaine-arrêt nicht nehmen, diese prosaischen Ergüsse kritisch-wohlwollend zu begleiten und auch in Zukunft ausgewählte Kleinode dem geneigten Leser darzubringen.

Heute also:
Gemeinsame Interessen

Dieses Brüderpaar verband offensichtlich ein gemeinsames Hobby, denn sie gestalteten ihre „Freizeit“ mit dem Züchten von Pflanzen und Sammeln von Kupfer. Jetzt fiel diese Art von Zeitvertreib Polizeibeamten auf und setzte dem Treiben zumindest vorläufig ein Ende.

Der extrem abrupte, avantgardistisch anmutende Einstieg ohne jegliche Exposition („Dieses Brüderpaar“) ist ganz klar eine Stärke der modernen Polizeiprosa. Freunde der Kleingärtnerei und Hobby-Numismatiker sollten übrigens vorsorglich bei ihrer örtlichen BlockwartPolizeistelle nachfragen, ob sie dazu berechtigt sind organisches Leben bzw. chemische Elemente in ihren Wohnungen zu besitzen.

Einer Zeugin fiel nämlich ein Blumentopf auf, der offensichtlich vom Fenster auf den Hof gefallen war. Nach näheren Betrachten stellte sie fest, dass es sich um eine Cannabispflanze handelte. Ein Blick nach oben verriet, dass es noch mehr Exemplare auf dem Fensterbrett gab.

Daraufhin wurde auch sie festgenommen, denn wer eine solche Pflanze erkennt, der hat sie auch schon geraucht, q.e.d. Die „Zeugin“ wurde dem nächstbesten Inquisitor übergeben. Mildernde Umstände könnte ihr jedoch die kognitive Spitzenleistung einbringen, dass alles, was unten aufgeschlagen ist, von oben gefallen sein muss. So bekifft kann die „Zeugin“ dann doch nicht gewesen sein…noch mal Glück gehabt! (und es heißt übrigens „Nach näherem Betrachten“)

Die hinzugezogenen Polizeibeamten durchsuchten daraufhin die Wohnung der Brüder und fanden neben den Pflanzen (sechs Cannabispflanzen) auch Betäubungsmittel-Utensilien und ein Fahrrad, welches zur Fahndung stand.

Nach einigem Widerstand konnte das Fahrrad überwältigt werden und befindet sich nun in U-Haft. Bemerkenswert ist im Übrigen der exzessive Gebrauch von Pleonasmen, der die Sprache der Polizeiprosa um so viel mehr bereichert.

Nach deren Sicherstellung verließen die Beamten das Grundstück, als ihnen plötzlich das diebische Brüderpaar (29; 33) mit einem vollgeladenen Handkarren entgegen kam. Darauf die Beute der letzten Tour: ca. 80 kg Kupfer.

Die überstürzte Flucht der Beamten beim Eintreffen der „diebischen Brüder“ hatte nichts damit zu tun, dass man in deren Abwesenheit den Kantriegel gezogen, ihre Wohnungstür aufgedrückt, sich unbefugt Zutritt verschafft und Zeug geklaut „sichergestellt“ hatte. Wirklich!

Gegen die beiden, der Polizei als Betäubungsmittelkonsumenten bekannten, Brüder wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ermittelt wird nun nicht nur gegen unsinnige Kommata, sondern auch, ob die „diebischen Elstern Brüder“ einigen schon etwas beleibteren Kollegen beim nächsten Umzug unter die Arme greifen könnten, denn wer 80 Kilo Kupfer karren kann, der kann auch dem Bernd beim demnächst geplanten Umzug in die Leipziger Innenstadt helfen.